Am vergangenen Sonntag, den 03. März, fand im Sitzungsraum der TSV Reinbek das erste Kinderschutz-Seminar in Kooperation mit dem Kreissportverband Stormarn statt.

Die Themen Kinderschutz und Kindeswohl werden aktuell in der Öffentlichkeit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Alle gesellschaftlichen Gruppen sind aufgefordert noch aktiver zu werden, um Kinder vor Übergriffen aller Art zu schützen. Auch der TSV Reinbek ist dies ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grunde veranstaltete das Team Kinderschutz der TSV Reinbek ein Seminar zum Thema „Aktiver Kinderschutz im Sport“. Getreu dem Motto „Kinderschutz geht alle an“ sollen hier alle interessierten Erwachsenen an das Thema Kinderschutz herangeführt werden. Durch die Kooperation mit dem Kreissportverband Stormarn wurde dieses Seminar zum ersten Mal auch mit 5 LE zur Verlängerung der Trainerlizenz anerkannt und war auch für Gäste geöffnet.

So starteten um 14:00 Uhr 15 motivierte Teilnehmer in den ersten Teil des Seminares, den Seminarleiter Martin Bokeloh mit Zahlen, Daten und Fakten zu dem Thema einleitete und betonte, dass „es nicht darum geht, alle in der Jugendarbeit Engagierten unter Generalverdacht zu stellen und eine Kultur des Misstrauens zu verbreiten. Es geht darum, eine Sensibilität für vorhandene Gefährdung zu entwickeln, die Wahrnehmung für Grenzverletzungen zu schärfen und der Prävention im Sport mehr Gewicht zu geben. Ziel ist es den Schutz von Kindern im Verein zu stärken und die Handlungssicherheit aller Beteiligten im Umgang mit dem Thema Missbrauch zu verbessern.“ Denn die Anzahl der Fälle ist höher als sich manch einer vorstellen mag. Zwischen dem 6. und 13. Lebensjahr leiden 10% der Jungen und 20-25% der Mädchen unter sexuellen Gewalterfahrungen. Von diesen Fällen werden nur weniger als 10% angezeigt und von diesen angezeigten Fällen werden wiederum nur 8% verurteilt, was auch daran liegt das ein Kind mit sexuellen Gewalterfahrungen durchschnittlich sieben bis acht Erwachsene ansprechen muss, bis das Problem ernst genommen wird.

Genau hier ist die TSV Reinbek engagiert, eine „Kultur des Hinsehens“ zu entwickeln. So hat die Vereinsjugend auf dem Seminar ihr Ampelprojekt vorgestellt. Hierzu wurden die Kinder aus dem Verein gefragt, welches Verhalten für sie absolut okay ist (Grün), welches grenzwertig (gelb) oder gar nicht geht (rot). Mit den Fallbeispielen der Kinder wurden nun die Teilnehmer konfrontiert und mussten aus ihrer Sicht die Verhaltensweisen zuordnen, natürlich blieb auch hierbei die lebhafte Diskussion nicht aus.

Nach einer kurzen Stärkung an dem gut gedeckten Buffet wurde der Film „Der Trainer war der Täter“ gezeigt und es wurde eruiert warum gerade Sportvereine beliebte Anlaufstellen für potentielle Täter sein können. Mit weiterführenden Kurzgeschichten und einem kleinen Video wurden die Teilnehmer für spezielle Situationen sensibilisiert. Das im Laufe des Nachmittags erworbene Wissen wurde nun angewendet auf das bestehende Schutzkonzept der TSV Reinbek und die Teilnehmer waren angehalten sich damit auseinanderzusetzen und Vorschläge zu geben, wie sie persönlich das Konzept unterstützen können oder wie gar das Konzept verbessert werden kann.

Zum Abschluss des Seminars folgt dann noch ein Ausblick des Team Kinderschutz in die Zukunft. Um die Kinder in unserem Verein bestmöglich schützen zu können sollen unter anderem Seminare wie dieses häufiger stattfinden, sowohl für Übungsleiter, Betreuer und interessierte Eltern, als auch für Kinder und Jugendliche. Ebenfalls sollen weitere Ansprechpartner aus- und fortgebildet werden. Weiter soll eine Gefahrenanalyse der Sportstätten durchgeführt werden, der Kinderschutz auf der Homepage präsenter werden und ein digitaler und ein analoger Kummerkasten eingerichtet werden.

Rund um war es ein gelungenes Seminar auf dem alle Teilnehmer viele neue Eindrücke für ihre Arbeit mitnehmen konnten und wir hoffen, dass es in Zukunft weiter so gut angenommen wird.

2019 Kinderschutz Seminar März 3 300